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Ashwagandha – welche Wirkung es bei Frauen hat

Ashwagandha ist eine Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Ayurvedischen Kräuterheilkunde eingesetzt wird.

Ashwagandha ist sehr bekannt für seine adaptogene Wirkung, d.h. sie stärkt und beruhigt unseren Körper gleichermaßen. Das Wirkungsspektrum dieser Heilpflanze ist jedoch nicht darauf beschränkt, denn Ashwagandha kann noch viel mehr.

In diesem Artikel geht es jedoch vor allem um die Wirkung, die Ashwagandha speziell bei Frauen hat.

1. Ashwagandha fördert die sexuelle Libido und Potenz bei Frauen

Ashwagandha wurde schon im Kama Sutra, einer der ältesten erhaltenen Schriften über die menschliche Sexualität, als potentes Aphrodisiakum erwähnt. Es gibt also schon sehr lange Zeit Erfahrungen zu der luststeigernden Wirkung der Winterkirsche bzw. Schlafbeere, wie Ashwagandha auch genannt wird.

Die Forschung bestätigt die Wirkung und hat herausgefunden, dass die indische Heilpflanze die sexuelle Lust fördert, indem es die Durchblutung der Genitalien – bei Mann wie auch bei Frau – fördert. Aber auch die stressabbauende und dadurch entspannende Wirkung von Ashwagandha führt indirekt dazu, dass bei Frauen, die Ashwagandha einnehmen, das sexuelle Verlangen und die Befriedigung beim Sex zunimmt.

In einer Studie aus dem Jahr 2015 wurden 50 weibliche Teilnehmer im Alter zwischen 21 und 50 Jahren ausgewählt, die unter sexuellen Funktionsstörungen litten. Die Frauen wurden in zwei Gruppen unterteilt: in eine Behandlungsgruppe und eine Placebogruppe.

Die Behandlungsgruppe erhielt über einen Zeitraum von 8 Wochen zweimal täglich 300 mg eines Ashwagandha-Wurzel-Extrakts. Die Placebogruppe erhielt lediglich Stärkepulver in Kapselform (1).

Die Verbesserung der Sexualfunktion wurde anhand von zwei standardisierten Fragebögen sowie der Anzahl der sexuellen Kontakte (erfolgreich vs. gesamt) beurteilt. Die Auswertung fand am Anfang der Studie sowie nach jeweils 4 und 8 Wochen statt.

Die Studie kam zu folgendem Ergebnis:

  1. Das sexuelle Verlangen stieg durch die Einnahme von Ashwagandha.
  2. Auch die Werte für die sexuelle Erregung waren nach 4 und 8 Wochen deutlich höher als in der Placebogruppe.
  3. Die Feuchtigkeit der Vagina stieg innerhalb von 4 Wochen um 43%, innerhalb 8 Wochen sogar um 56%. Das bedeutet die Lubkrikation, die Fähigkeit, feucht zu werden, hat sich erheblich verbessert.
  4. Die Frauen, die Ashwagandha einnahmen, berichteten von intensiveren Orgasmen und einer allgemein höheren sexuellen Zufriedenheit.
  5. Die Anzahl der sexuellen Kontakte stieg an, die Frauen hatten also häufiger Sex.

Fazit: Die Einnahme von Ashwagandha Kapseln kann Frauen mit sexueller Dysfunktion zu einem zufriedenerem Sexualleben verhelfen, ohne dabei irgendwelche Nebenwirkungen zu verursachen. Aber auch Frauen ohne sexuelle Funktionsstörungen profitieren von der luststeigernden Wirkung von Ashwagandha.

2. Ashwagandha kann die weibliche Fruchtbarkeit steigern

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die die Fruchtbarkeit der Frau beeinflussen. Hierzu zählen u.a. Stress, bestimmte Erkrankungen, Hormonstörungen, aber auch manche Nährstoffmängel.

Ist die Fruchtbarkeit der Frau reduziert bzw. eingeschränkt, kann es dazu kommen, dass die Frau nur schwer oder gar nicht schwanger wird. Für viele Frauen ist der unerfüllte Kinderwunsch eine enorme psychische Belastung.

Ashwagandha könnte über die folgenden zwei Wirkungen dabei helfen, die Fruchtbarkeit der Frau zu erhöhen:

  1. Ashwagandha kann dabei helfen, die Funktion der Schilddrüse zu verbessern. Die Schilddrüse ist aber maßgeblich an der hormonellen Regulation unseres Körpers beteiligt.
  2. Zum anderen kann Ashwagandha unseren Stressspiegel senken, indem es die erhöhte Ausschüttung unseres Stresshormons Cortisol unterdrückt. Durch die Verringerung des Stress kann eine Situation geschaffen werden, die für die Fruchtbarkeit der Frau optimal ist.

Im Gegensatz zu der Erhöhung der männlichen Fruchtbarkeit, die bereits in mehreren klinischen Studien nachgewiesen wurde, sind bezüglich der Fruchtbarkeit der Frau jedoch noch weitere Studien notwendig, um zu untersuchen, inwieweit Ashwagandha Frauen tatsächlich dabei hilft, schwanger zu werden.

Ein Hinweis, dass dies tatsächlich der Fall sein könnte, liefert uns die folgende Studie (2):

Eine Tierstudie lieferte nämlich Beweise dafür, dass Ashwagandha-Extrakt die Neuronen des Hormons GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) beeinflussen kann.

Diese Neuronen sind jedoch wichtig für die Regulierung der Gametogenese (Bildung der Geschlechtszellen) und der Sexual-Steroidogenese bei beiden Geschlechtern. Bei Frauen ist der Anstieg der GnRH-Neuronen jedoch wichtig, um den Eisprung auszulösen (3).

Fazit: Ashwagandha hat das Potenzial, die weibliche Fruchtbarkeit zu beeinflussen, indem es auf die GnRH-Neuronen einwirkt. Das Fehlen von klinischen Studien am Menschen liefert jedoch keine ausreichenden Beweise, um die Verbesserung der Fruchtbarkeit bei Frauen zu garantieren.

3. Ashwagandha kann vor Brustkrebs schützen

In-vitro- und Tierstudien liefern Hinweise darauf, dass der Ashwagandha-Extrakt, insbesondere seine Komponente Withaferin A, für die Behandlung von Brustkrebs nützlich sein könnte. Diese Studien kamen zu den folgenden Ergebnissen:

  1. Ashwagandha hemmt die Tumoraktivität, indem es die Zellteilung bei bestimmten Brustkrebsarten wie ER +, ER- und sogenannten 3-fach negativen Brustkrebserkrankungen beeinflusst (4, 5, 6, 7).
  2. Ashwagandha verhindert die Ausbreitung von Krebs auf andere Körperteile durch Beeinflussung seiner Invasivität und Metastasierungskapazität (8).

Bisher wurde jedoch nur eine Studie am Menschen veröffentlicht. In dieser Studie untersuchte man hauptsächlich die Wirksamkeit von Ashwagandha bezüglich der Verbesserung der Müdigkeit und Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen, die sich einer Chemotherapie unterziehen.

In der Studie wurden 100 Brustkrebspatientinnen in zwei Gruppen eingeteilt: die erste Gruppe bekam Chemotherapie und Ashwagandha, die zweite Gruppe bekam nur Chemotherapie (9).

Patienten der Ashwagandha-Gruppe wurden gebeten, während der gesamten Chemotherapie, die über 6 Zyklen ging, alle 8 Stunden 4 Kapseln einzunehmen, insgesamt waren das 2 g / Tag.

Die Lebensqualität und Ermüdungswerte der Patientinnen wurden zu Beginn, während und nach der Chemotherapie gemessen.

Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

  1. Der Grad der Müdigkeit war in der Ashwagandha-Gruppe signifikant niedriger.
  2. Die Ashwagandha-Gruppe hatte insgesamt eine bessere Lebensqualität als die Kontrollgruppe ohne Ashwagandha.
  3. Die Nebenwirkungen, die durch Chemotherapie verursacht werden, waren in der Ashwagandha-Gruppe niedriger. Zu den Nebenwirkungen der Chemotherapie zählten u.a. Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung und Schmerzen.

Fazit: Wenn Sie sich einer Chemotherapie für Brustkrebs unterziehen, kann die tägliche Einnahme von Ashwagandha dabei helfen, einige Nebenwirkungen der Chemotherapie-Medikamente zu lindern. Darüber hinaus kann Ihre Lebensqualität während und nach Ihrer Chemotherapie stark verbessert werden.

Achtung: Obwohl mehrere Studien Beweise für die Antitumor- und Anti-Metastasierungsfähigkeit von Ashwagandha lieferten, gibt es nicht genügend Studien an Menschen, um diese Ergebnisse zu validieren. Deswegen sollten Sie auf keinen Fall denken, die Einnahme von Ashwagandha könnte die Chemotherapie ersetzen. Alle natürlichen Anti-Krebs-Behandlungen sollten immer in Kombination mit der schulmedizinischen Behandlung (z.B. Chemotherapie, Bestrahlung, Operation) und nie als Ersatz dafür verwendet werden.

4. Ashwagandha kann bei Osteoporose helfen

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung, die häufig im Alter auftritt. Auch wenn sie beide Geschlechter betreffen kann, so sind doch verstärkt Frauen von Osteoporose betroffen. Dies hängt v.a. mit dem nach der Menopause sinkendem Östrogenspiegel zusammen.

Einige Tierstudien zeigen, dass Ashwagandha Extrakt bei der Behandlung von Osteoporose nützlich sein kann(10, 11, 12) :

  1. Ashwagandha stärkt die Knochenbildung, indem es die Osteoblasten (knochenbildenden Zellen) stimuliert.
  2. Es verhindert den Knochenabbau durch die Reduktion sogenannter osteoklastischer Gene.
  3. Ashwagandha stärkt die Knochenfestigkeit.

Fazit: Ashwagandha ist ein potenzielles Mittel zur Behandlung von Osteoporose, insbesondere bei Frauen, die unter Östrogenmangel (z.B. im Rahmen Menopause) leiden. Weitere Studien am Menschen sind jedoch notwendig, um die Wirksamkeit zu belegen.

5. Weitere Wirkungen von Ashwagandha - nicht nur bei Frauen

Ashwagandha ist eine Heilpflanze mit sehr vielfältigem Wirkspektrum. Hier sind noch weitere Möglichkeiten, wie Sie von der Einnahme von Ashwagandha profitieren können:

  1. Ashwagandha kann die Schilddrüsenfunktion verbessern. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Schilddrüsenunterfunktion natürlich behandeln.
  2. Ashwagandha kann vor freien Radikalen schützen. Eine übermäßige Menge an freien Radikalen kann an ihren Zellen zu DANN-Schäden führen und den Alterungsprozess ihres Körpers beschleunigen. Die antioxidative Wirkung von Ashwagandha schützt Sie vor diesen freien Radikalen und somit vor der Schädigung der Zell-DNA. Weitere Informationen unter Ashwagandha wirkt antioxidativ.
  3. Ashwagandha lindert Stress, Angstzustände und Depressionen. Sowohl Angstzustände als auch Depressionen stehen in engem Zusammenhang mit Stress. Durch seine stressreduzierende und schlaffördernde Wirkung setzt Ashwagandha an einer der wichtigsten Ursachen dieser Stresserkrankungen an. Mehr Informationen unter Ashwagandha.
  4. Ashwagandha kann Gedächtnis und Konzentration verbessern. Des Weiteren hat es eine neuroprotektive Wirkung, indem es auch unsere Gehirnzellen vor Schäden durch freie Radikale schützt. Es wirkt somit vorbeugend gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz oder Parkinson.
  5. Ashwagandha kann vor Haarausfall schützen. Mehr Informationen unter Ashwagandha bei Haarausfall.

Fazit

Ashwagandha ist bei Männern beliebt und bekannt für seine potenzsteigernde Wirkung.

Wie Sie nun gesehen haben, bietet Ashwagandha aber auch einiges für die Frauen. Es kann als Aphrodisiakum eingesetzt werden, um die sexuelle Lust und Zufriedenheit zu steigern.

Es hat außerdem Potential, die Fruchtbarkeit der Frau zu verbessern, vor Brustkrebs zu schützen und könnte bei der Behandlung von Osteoporose hilfreich sein - auch wenn hier noch weitere klinische Studien am Menschen erforderlich sind.


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